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Gebärden der Woche

An der Kischu lernen wir als Schulgemeinschaft die deutsche Gebärdensprache (DGS). Wir finden DGS wird dann zur Möglichkeit von Teilhabe/Teilsein, wenn möglichst viele diese Sprache zur Kommunikation nutzen können. Jede Woche gibt es neue Gebärden für alle (dazu nutzen wir SignDigital). Hier beispielhaft die Gebärden für die kommende Woche:

Stundenplan 3. Quartal

Hier kommt der Angebotsplan für das 3. Quartal bis Ostern. Die Kids suchen sich die Angebote nach ihren Interessen aus. In den ersten 2 Wochen hospitieren sie dafür in für sie spannenden Angeboten, in der 3. Woche entscheiden sie sich für Angebote, so dass jedes Kind einen festen Angebotsplan (in einer sehr heterogenen und völlig jahrgangsübergreifenden Gruppe) hat. Dabei beraten wir die Kids so, dass sie vielfältige Angebote aus den Bereichen Kunst, ISSU, Sport, Musik usw. wählen, lassen aber auch die Professionalisierung in Leidenschaftsbereichen zu. Alle Kids wählen ihre Angebote. Je nach Bedarfen an zusätzlicher Unterstützung einzelner, ordnen sich weitere Erwachsene zur Begleitung der Angebote zu. Ein Lernen von- und miteinander ist in allen Angeboten grundlegendes Prinzip. Im Angebot „Kinderprojekte“, bereiten Kinder Angebote für Kinder vor und werden dabei von Erwachsenen im Gelingen unterstützt. Englisch und Schwimmen sind feste Angebote für die Großen und verpflichtend. Unseren ganz Kleinen, die 5-Jährigen, wachsen langsam in die Angebotswahl hinein. Anfangs haben sie nur Angebote im Gruppenbezug. Jetzt können sie bereits an 3 Tagen frei wählen. Manche Angebote gehen von 11:00-12:00 (schwarz- erstes Essen), manche gehen von 11:00-12:30 (lila- zweites Essen).

Wir haben Corona-die Schule ist geschlossen

Das hätte ich ja nicht gedacht, dass wir jemals in eine solche Lage kommen!!! Es sind aber so viele Lernbegleiter:innen krank, dass wir die Schule schließen mussten. Einen Notdienst gibt es aber und dann noch Schnee in Massen!

Also nix wie raus mit den paar Kids und mal mit einem seltenen Baustoff experimentieren:

und am Abend wurde das Tageswerk ärgerlicher Weise durch olle, doofe, Kacktüten aus dem Stadtteil, die sonst anscheinend keine Hobbys haben, zerstört.

Gedichtekalender

Nach den Herbstferien wird es bei den Großen Zeit für den Gedichtekalender. Wer weiß, ob der eine oder andere dann als Präsent unterm Weihnachtsbaum landet.

Hier gibt’s viele begeisterte Dichter:innen und nicht selten werden wahre Leidenschaften „verdichtet“ und in Verse gegossen, wie hier, von unserem fahrstuhlverrückten Levi-Nick (Grüne Gruppe):

Kinderstundenplan bis Weihnachten

Hier unser Kinderstundenplan für die Angebotszeit von 11:00-12:30 Uhr für alle Kids. Die Kids haben die Möglichkeit in den ersten zwei Wochen nach jeden Ferien in den für sie interessanten Angeboten zu hospitieren und wählen in der dritten Woche ihre Angebote bis zu den nächsten Ferien. So entstehen völlig Klassen- und altersübergreifende Interessengruppen, in denen ein Lernen von- und miteinander grundlegendes Prinzip ist. Interessengeleitetes Lernen ist an der Kischu grundlegend! Alle Angebote sind von allen Kids wählbar. Entstehen in den gewählten Angeboten für Kids Barrieren zur Teilhabe/Teilsein (z.B. aufgrund einer Behinderung, Sprache), werden die Angebote (nicht die Kids) durch unser Team von sozialpädagogischen Fachkräften unterstützt, um Teilsein zu ermöglichen. Gemeinsames Leben und Lernen ist für uns Kerngeschäft!

Wir haben gewonnen!

Wir waren mit einer Delegation der Kinderschule (Tanja/Romy, Sona/Yeva, Steffi/Siri und Enno und Philine)  in Berlin. Uns wurde dort am 29.9. der 2. Preis für für demokratische Schulentwicklung der DEGEDE verliehen! Wir fühlen uns in unserer Arbeit gesehen und sind stolz auf die Anerkennung. Einer der ausschlaggebenden Gründe für unsere Platzierung war die Zielsetzung, die Erfahrungen der gelebten Demokratiepraxis und Inklusion der Kinderschule mit der Jugendschule fortzusetzen zu wollen. Die Kinderschule gilt nun als wichtiges Best Practice-Beispiel und Orientierungshilfe für inklusive, partizipative und demokratische Schulentwicklung für Schulen im gesamten Bundesgebiet. Die Laudatio bekommen wir noch geschickt und ihr bekommt sie noch. In Berlin war es schön und spannend. Ich glaube, die Kids schreiben noch einen Bericht.

Hier ein paar Fotos vorab:

aus der Bildungskrise in die Bildungswende

Wir haben uns dem bundesweiten Protest zur „Bildungswende-jetzt“ angeschlossen (www.bildungsende-jetzt.de) und gemeinsam mit anderen die Bremer Demo am 23.9. organisiert! Das war toll! Es waren immerhin 1200 Teilnehmer:innen.

Ich finde, das reicht noch nicht! Nun gilt es, aus der Bildungskrise in die Bildungswende zu kommen und das heißt nicht nur, Forderungen weiter zu teilen und zu vertreten, es heißt die Schule grundlegend zu reformieren. Schule muss ein zukunftsfähiger und inklusiver Lern- und Lebensort werden wo, hier zitieren ich mal Davina (Band Young Diamondz), „wir nicht hinmüssen, sondern wollen!!“

Um dieses „Wollen“ zu erreichen, muss Schule sich zu einem Resonanzraum entwickeln. Resonanz ist das Gegenteil von bloßem Echo, das die meisten Schulen regiert (Hartmut Rosa). Lernräume, in denen Kinder und Jugendliche Anerkennung für ihre Individualität erfahren und sich alle gemeinsam gestaltend erleben und dabei entwickeln. Schulen, Lehrkräfte, Pädagog:innen, die sich erlauben und denen erlaubt wird, sich von der sinnlosen Idee des bloßen Vollstopfen mit Wissen nach Bildungsplänen, im vermeintlich messbaren Gleichschritt, lösen und so dem nachhaltigen „Lernenwollen“ Platz machen. Lernbegleiter:innen, die berührt sind von ihren Schüler:innen und Beziehung im besten Sinne bieten. Es geht beim Lernen (von Kindern wie Erwachsenen) eben nicht um das Füllen von Wissenslücken, sondern um feine interaktive Prozesse und Verortungen in dieser Entwicklung, die weit über den reinen Lernstoff hinausgehen und nur so nachhaltig wirken (fachlich-interdisziplinär, kulturtechnisch und kulturell, sozial und beziehungsgeleitet). Gute Lernprozesse ermöglichen Menschen, sich zu Subjekten zu formen. Reine Stoffvermittlung appelliert nur an die Statik einer vermeintlichen Grundbildung. Schule sollte den Auftrag bekommen Kinder und Jugendliche dabei zu begleiten, eine eigene Weltbeziehung zu lernen. Kinder sind interessiert an großen Fragen, Zukunftsfragen und brauchen Suchbewegungen, Zeit, begeisterte und kompetente Lernbegleiter:innen und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit. Ich meine, dass immer neue Rezepte zum Erreichen der Basiskompetenzen am eigentlichen Ziel vorbeiführen, wenn sie alleine rezepthaft vermittelt werden. Für’s Lernen begeistern: Das sollte der eigentliche Auftrag von Schule sein! Demokratische Prozesse anregen und erfahrbar machen. Unterschiede aushalten und anerkennen lernen, Empowerment erfahren, entscheiden dürfen, um die zarte Demokratie schützen zu können.

Eine Bildungswende braucht eine auskömmliche Finanzierung, wird durch diese aber nur erreicht, wenn wir anfangen anders Schule zu machen! Dass das in Zeiten von Personalmangel eine sehr große Herausforderung ist, bleibt unbenommen und gelingt vielleicht dann etwas besser, wenn den Schulen auch flexible Mittel für Projektorientierung zur Verfügung gestellt werden und Expert:innen anderer Professionen (von der Tischler:in, über IT-ler:innen, Künstler:innen, Wortakrobat:innen, Köch:innen, Naturmenschen und -Wissenschaftler:innen usw.) die Lernprozesse mit unterstützen. Ob eine zentrale Personalsteuerung der Schulentwicklung zuträglich ist, wage ich zu bezweifeln. Die Ausbildungsoffensive muss mit Bedacht eben so geplant werden, dass es nicht nur um Quantität, sondern vor allem um Qualität geht und zukunftsfähiges und inklusives Lernen und Lehren für alle praxisbezogen und bedeutend wird. Wir aus dem Belastungsdenken- und damit will ich die vielfachen Herausforderung des Jobs keinesfalls schmälern (schon gar nicht die Überlast an Bürokratie)- herausfinden und Arbeit wieder mit Gestaltungsmöglichkeit und effektvollem Eigensinn, sinnvoll und zuletzt dann auch kraftspendend assoziieren.

Das meint Philine

Davina von den Young Diamondz auf der Abschlusskundgebung

Jugendschule – vielleicht nun doch!?

Neuigkeiten zur Gründung der Jugendschule www.juschu-bremen.de !!!! Wir haben gestern zwei konkrete Standorte zur Gründung der Jugendschule zum kommenden Schuljahr von der Behörde angeboten bekommen (vorbehaltlich der Klärung einiger offenen Fragen) !

GI Jugendschule Bremen

Genaueres dazu, wenn etwas konkreter und Standorte geprüft. Einmal wäre Zweizügigkeit, einmal Dreizügigkeit möglich. Wir freuen uns und sind gespannt! Alle Menschen, die Interesse haben an der Juschu zu arbeiten und das Konzept gemeinsam mit Leben zu füllen, melden sich gerne zeitnah bei mir (mit Profession, Fächerkombi, Arbeitszeitvorstellungen (VZ oder TZ inkl. gewünschtem Stundenumfang), Bundesland) unter philine.schubert@schulverwaltung.bremen.de . Vorher prüft ihr bitte, ob ihr mit der Resolution #bildungistpolitisch übereinstimmt, die für uns grundlegend ist. Wir freuen uns!